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Spiel- und Trainingsideen für dich und deinen Hund

  • 12. Mai
  • 4 Min. Lesezeit
Was ist noch schöner, als einen Hund zu haben? Richtig, einen zufriedenen und ausgelasteten Hund zu haben! Manchmal ist dieser Zustand aber gar nicht so leicht zu erreichen. Vor allem junge Hunde können echte Energiebündel sein - da gehen einem schon mal die Ideen zur Beschäftigung aus.
In diesem Artikel findest du einige Tipps, wie du deinen Hund körperlich und geistig fordern kannst und im besten Fall dabei auch noch eure Bindung stärkst.
Labradorhündin Lara hat alle Übungen und auch die Spielzeuge vorab für euch getestet.
Labradorhündin Lara hat alle Übungen und auch die Spielzeuge vorab für euch getestet.


Die Basis für alle hier vorgestellten Übungen ist das Apportieren. Insbesondere Retriever, die dafür gezüchtet wurden, lieben es, Gegenstände zu ihrem Menschen zurückzubringen (zu apportieren), was aber nicht bedeutet, dass es nicht auch anderen Rassen und Mischlingen Spaß macht. An dieser Stelle ein wichtiger Hinweis vorweg: Ein Hund apportiert nicht einfach so. Er muss diese Fähigkeit und insbesondere das entsprechende Signal erlernen. Wie das geht, kannst du in Kürze hier nachlesen. Das Schöne am Apportieren ist, dass Hund und Mensch zusammenarbeiten. Der Hund lernt, durch Kooperation zum Erfolg zu kommen. Das stärkt die Bindung, macht Spaß und ist eine sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeit.
Wenn dein Hund das Apportieren grundsätzlich bereits kennt, haben wir hier ein paar Übungsideen für euch zusammengestellt. Du brauchst dazu mindestens einen Gegenstand, den dein Hund ins Maul nehmen darf, also Spielzug (z.B. dieses), Dummy, Ball o.ä.. Alles parat? - Los geht's:

Warte ab!

Diese Übung verlangt Impulskontrolle. Der Hund sitzt oder liegt neben dir. Du wirfst das Spielzeug vor dich. Erst, wenn du das Signal zum Apportieren gibst (z.B. "Bring!" oder "Apport!"), darf dein Hund zum Spielzeug laufen und es zu dir bringen. Klingt einfach, ist aber besonders für ungeübte Hunde mental sehr anstrengend. Fange daher einfach an und steigere die Schwierigkeit schrittweise. Beginne mit wenig Dynamik (also wirf erstmal nur 'leicht'), kurzen Distanzen und lasse deinen Hund erstmal nur wenige Sekunden warten, bevor du die Freigabe erteilst. Belohne vor allem am Anfang das Warten, denn hier liegt die eigentliche Leistung deines Hundes. Wenn du ihn dann losschickst, freue dich, feuere deinen Hund gerne mit deiner Stimme an und belohne ihn am Ende, wenn er das Spielzeug erfolgreich zu dir gebracht hat. Mit dieser Übung lastest du deinen Hund nicht nur für den Moment aus, sondern er lernt auch, nicht einfach allem hinterher zu laufen, was sich irgendwie bewegt - eine wichtige Fähigkeit im Alltag.

Links liegen lassen

Neben Impulskontrolle ist bei dieser Übung genaues Zuhören gefragt. Der Hund sitzt oder liegt am Anfang wieder neben dir. Du wirfst ein Spielzeug einige Meter vor dich. Der Hund bleibt an seinem Platz, während du dich von ihm entfernst. Stelle dich so auf, dass zwischen dir, deinem Hund und dem geworfenen Spielzeug ein Dreieck entsteht. Bei den ersten Versuchen kannst du jetzt nochmal zu deinem Hund zurückgehen und ihn für das Bleiben belohnen. Im nächsten Schritt stellst du dich wieder auf deine 'Dreiecks-Position' und rufst deinen Hund zu dir. Die Schwierigkeit liegt darin, dass dein Hund auf direktem Weg zu dir läuft und das Spielzeug liegen lässt. Es ist in Ordnung, wenn dein Hund anfangs überlegt. Bleibe ruhig, fair und vor allem: Belohne ausgiebig, wenn er sich für dich entscheidet. Als Abschluss darf dein Hund (nach deiner Freigabe natürlich) das Spielzeug apportieren und hat auch dafür ausgiebiges Lob und eine Belohnung verdient. Wenn es mal nicht klappen sollte, mach keine große Sache draus, sondern beginne die Übung einfach von vorne. Bei mehreren Fehlversuchen hintereinander, ist wahrscheinlich der Schwierigkeitsgrad für den Moment zu hoch und ihr solltet eine einfachere Variante üben - z.B. könntest du dich erstmal nur wenige Schritte von deinem Hund entfernen und ihn dann zu dir locken und bei dir belohnen. So bekommt er eine Idee davon, dass es sich lohnt, das Spielzeug zu ignorieren und sich stattdessen einen Keks abzuholen. Hat er das verstanden, kannst du den Abstand langsam weiter erhöhen.

Verlorensuche

Zunächst setzt oder legst du deinen Hund ab. Du versteckst einen oder mehrere Gegenstände so, dass dein Hund sie nicht sehen, aber selbst erreichen kann. Fordere ihn dann auf, zu suchen (z.B. mit "Such!" oder "Such verloren!"). Er muss jetzt seine Nase einsetzen, was du an der sogenannten 'Schnüffelatmung' erkennst. Durch sehr schnelles und häufiges Einatmen und selteneres Ausatmen nimmt dein Hund Geruchsmoleküle optimal auf und ist so in der Lage, deinen Duft an den 'verlorenen' Gegenständen auch aus der Entfernung wahrzunehmen. Wenn die Übung noch neu für euch ist, gehe gerne mit auf die Suche und bestätige deinen Hund sofort, wenn er sich einem der Gegenstände zuwendet. Freue dich und lobe ihn ausgiebig, wenn er einen Gegenstand berührt, ins Maul nimmt oder sogar apportiert. Für den Anfang reicht es als Versteck vollkommen, die Gegenstände ins hohe Gras zu legen. Sorge zunächst für schnelle Erfolgserlebnisse, sodass dein Hund mit Spaß und Motivation dabei ist. Stück für Stück lässt sich die Schwierigkeit steigern, indem z.B. das Suchgebiet größer und die Verstecke schwieriger werden. Die Übung lässt sich auch super in Spaziergänge integrieren. Dabei lässt du möglichst heimlich etwas fallen, gehst noch ein Stück weiter und forderst erst dann deinen Hund auf, danach zu suchen. Möglicherweise wird dein Hund nach ein paar Wiederholungen aufmerksamer, sodass es für dich immer schwieriger wird, unbemerkt etwas zu verlieren - auch ein schöner Nebeneffekt, oder?
Bitte behalte im Kopf, dass all diese Übungen für deinen Hund geistig und körperlich anspruchsvoll sind. Überlegen, Abwarten und vor allem Schnüffeln sind deutlich anstrengender als wir Menschen oft glauben. Trainiere immer nur für einige Minuten und versuche nicht, alle Übungsvarianten so schnell wie möglich durchzuarbeiten. Um deinen Hund zu motivieren und echte Fortschritte zu erzielen, ist es viel wirkungsvoller, regelmäßig kurze Einheiten einzuplanen, in denen ihr viele kleine gemeinsame Erfolge feiert. Viel Spaß beim Ausprobieren!
 
 
 

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